Donnerstag, März 23, 2006

Meine Grundrechte in der EU

Einmal herzlich lachen!

Meine Grundrechte in der Europäischen Union passen in ein daumengroßes Büchlein!!? So klein, unsere Grundrechte? Also ich glaube das haben sie wirklich nicht verdient.
Vielen Dank an Eva für dieses schöne Mitbringsel, vielen Dank an die Marketing-Abteilung der Europäischen Kommission für diese unmissverständliche und ermutigende Botschaft – und für heute einmal herzlich lachen dürfen. Ha.

Mittwoch, März 22, 2006

Newsletter - März 2006

1) Frühjahr 2006 – Newropeans forcieren ihre „Erweiterung“
Eine neue Intranet-Plattform bietet allen Newropeans-Mitgliedern neue Möglichkeiten zu transeuropäischen politischen Debatten und Entwicklungsprojekten. In wenigen Wochen werden außerdem das neue Corporate Design und die neue Homepage vorgestellt. „In einigen Monaten wird Newropeans lange vor den Wahlen 2009 die einzige transeuropäische Stimme in der EU sein“, sagt Franck Biancheri, Gründungspräsident von Newropeans.

2) Newropeans Magazine erreicht Web-Rekorde
In den letzten 30 Tagen haben 10 Millionen Besucher (Quelle: alexa.com) das Newropeans Magazine angeklickt, das einzige transeuropäische Internet-Medium mit einer täglichen Berichterstattung in europäischer Perspektive zu weltweiten Ereignissen in den beiden wichtigen transeuropäischen Sprachen Englisch und Französisch. Es hat neue Zielgruppen in den USA und Kanada und im französischsprachigen Afrika gewonnen. Zum Newropeans Magazine geht es hier.

4) Bonn – 3. Stadt, die Newropeans in Deutschland erreicht
Letzte Woche gingen die Newropeans in den Westen! Nach Berlin und Frankfurt/M. haben die Newropeans am 15. März 2006 in Bonn ein lokales Netzwerk gestartet. Wenn Sie das Team der Newropeans-Pioniere am Rhein verstärken möchten oder weitere Informationen wünschen, wenden Sie sich bitte an bonn@newropeans.org. Wenn Sie Mitglied werden möchten, geht dies auf unserer Homepage.

5) Deutsche Bücher über Europa von Newropeans-Mitgliedern und anderen Autoren
In Berlin und anderen Städten gewann Harald Greib mit seinem Buch Berlin, mit Bitte um Weisung vom Mitteldeutschen Verlag wachsende Aufmerksamkeit. Sein Roman über Leben und Arbeiten in den EU-Institutionen in Brüssel wurde auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt. Seine Vorpremiere hatte das Buch am 3. März in Berlin. Interessanterweise ist es nicht das einzige deutsche Buch in diesem Frühjahr mit Einblicken in das Missmanagement der EU. Der bekannte Gesellschaftskritiker Prof. Hans Herbert von Arnim, Uni Speyer, hat gerade sein Werk Das Europa-Komplott veröffentlicht. Verschiedene Stilrichtungen – doch die gleiche Botschaft: Es ist dringend geboten, die demokratische Kontrolle über ein wild ausuferndes System zurückzugewinnen. Siehe Beiträge in diesem Blog (Greib, Arnim).


6) Newropeans in Paris schulen ihre Mitglieder zur Präsentation von Newropeans
In den vergangenen zwei Monaten haben die Mitglieder von Newropeans in Paris damit begonnen, das Präsentieren der Newropeans in der Öffentlichkeit zu üben. Jedes Mitglied wurde gebeten, in freier Rede einen Vortrag vor den anderen Mitglieder zu halten und Newropeans auf seine persönliche Art vorzustellen. Mehr auf unserem Pariser Blog.

7) Vorschau

  • 23. März 2006 Budapest: Möglichkeit zum Treffen mit Vorstandsmitglied in Budapest. Weitere Infos unter: contact@newropeans.org
  • 25. März 2006 Amsterdam: Franck Biancheri spricht um 17 Uhr öffentlich über Newropeans. 14 Uhr Café De Heffer Diskussion in Zusammenarbeit mit Café Babel über Multikulti in den Niederlanden. Mehr auf unserem Amsterdamer Blog.
  • 12./13. April 2006 in Baden-Württemberg: Newropeans werden 2 Treffen im Großraum Stuttgart veranstalten. Mehr dazu unter: contact@newropeans.org
  • 21. April 2006 Prag: Öffentliche Debatte mit internationalen Mitgliedern von Newropeans, Kontakt: prag@newropeans.org
  • 22. April 2006 Prag: Newropeans Network Conference, zweimal im Jahr treffen sich die Newropeans europaweit. Diesmal soll die Agora im Juni 2006 in Paris vorbereitet werden, die nur Mitgliedern vorbehalten ist.

Sonntag, März 12, 2006

Das Europa-Komplott

Wie EU-Funktionäre unsere Demokratie verscherbeln

Letzten Mittwoch, ich komme von der Arbeit nach Hause. Birgit hört radio eins (n.b.: der beste Radiosender Berlins – ach was sage ich – überhaupt). Noch in der Türschwelle, ich ziehe gerade meine Schuhe aus, höre ich eine Stimme aus dem Lautsprecher.
„…bei Europawahlen ist das leider nicht so… – …mangelnde Legitimation… – …nach dem Beitritt von Rumänien und Bulgarien wird das Parlament 782 Abgeordnete haben“ und sinngemäß: noch nie habe es einen Nachweis gegeben, dass ein Parlament von dieser Größe überhaupt arbeitsfähig sei.

Einer „von uns“? Im Radio? Kann nicht sein, müsste ich wissen.

Ich stehe mucksmäuschenstill. Sein Name, bitte. Wenigstens sein Name, wenn ich schon neunzig Prozent des Interviews verpasst habe. Der Radiomoderator erhört mein Flehen: „Hans Herbert von Arnim, Autor des Buches Das Europa-Komplott“.

In Hausschuhen und ganz ohne Stress suche ich noch am selben Abend im Internet nach dem Herrn mit dem vornehmen Namen (schon wieder werde ich an Hoimar von Ditfurth erinnert – kann das noch Zufall sein?). Gleich der erste Google-Treffer verweist auf seine Homepage, hier finden sich Details über das besagte Buch, druckfrisch und schon bei Amazon zu haben.

Noch 50 Kapitel Berlin, mit Bitte um Weisung, danach werde ich mal sehen, ob von Arnims Buch die sachliche Analyse zu Greibs realistischer Fiktion nachliefert.

Oder findet sich vielleicht jemand, der jetzt schon was dazu sagen kann?

Freitag, März 10, 2006

Querverweis: Offener Diskussionsabend in Bonn

Wer holt Europa aus der Sackgasse?

Wir laden ein zu einem politischen Diskussionsabend mit Newropeans Gründungs- und Vorstands­mitgliedern von Newropeans.
Diskutieren Sie mit uns angesichts der momentanen politischen Führungs- und Verfassungs­krise in Europa über die Zukunfts­perspektiven der Europäischen Union. Wir stellen dabei unsere Ideen zur Diskussion, wie Europa dank des politischen Engagements seiner Bürgerinnen und Bürger zukunftsfähig gemacht werden kann.

Wann und wo?
Am Mittwoch, 15. März 2006, 18 Uhr
im Restaurant "friedrich", Friedrichsallee 25 / Ecke Rheinallee in Bonn-Bad Godesberg (5 Minuten Fußweg vom Bahnhof Bad Godesberg entlang der Rheinallee in Richtung Rhein)

Für eine kurze Anmeldung Ihrer Teilnahme unter berlin@newropeans.org wären wir dankbar.

Dienstag, März 07, 2006

So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen

Ein paar Gedanken zu Harald Greibs Roman „Berlin, mit Bitte um Weisung“

Martin Luther soll einmal gesagt haben: „Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, so würde ich doch heute mein Apfelbäumchen pflanzen.“

1985 veröffentlichte Hoimar von Ditfurth sein Buch mit dem Titel „So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen — es ist soweit“! Es beschreibt den über kurz oder lang nahezu unausweichlichen Untergang der Zivilisation und der Biosphäre aufgrund von Massenvernichtungswaffen und Umweltzerstörung und wurde zu einem Kultbuch der Öko- und Anti-Atomkraftbewegung in den 80er Jahren. Inzwischen kann man in der Elbe wieder baden und Deutschland hat den Atomausstieg beschlossen. Ein Hoffnungsschimmer?

Es ist natürlich weit hergeholt, hier den Vergleich aufzuspannen mit Harald Greibs Roman „Berlin, mit Bitte um Weisung“. Aber die kleinen Parallelen haben sich mir einfach aufgedrängt, als ich im Tschechischen Zentrum am Checkpoint Charlie dem ersten Kapitel lauschte: Denn auch Greib beschreibt ein System, das sich verselbständigt hat, unkontrollierbar wurde, vor dem der Einzelne ohnmächtig kapitulieren muss. Einer, dem Europa offenbar am Herzen liegt, schreibt — nicht im populärwissenschaftlichen Stil eines Hoimar v. Ditfurth aber dennoch korrekt und treffend, wie manch einer der Anwesenden aus dem Innern des bürokratischen Molochs bestätigte — eine tragisch-komische Geschichte, die einem die Hoffnung, die EU-Institutionen könnten ihren Aufgaben noch irgendwie gerecht werden, nimmt. Harald Greib ist davon überzeugt, dass dort in Brüssel ein Dinosaurier herangewachsen ist, der im Niedergang begriffen ist. Groß. Aber unbeweglich, bald nur noch als Fossil zu bestaunen.

Ich habe mich gefragt: Wo ist das Apfelbäumchen, was ist der Hoffnungsschimmer in Greibs Buch? Glaubt er selbst an einen Ausweg? Ist dieses System reformierbar? Oder um Greibs Dinosaurier-Bild aufzugreifen: Sind die Säugetiere schon auf den Plan getreten und wenn ja, welche Rolle werden Sie spielen?

Vielleicht finde ich es auf den nächsten 55 Kapiteln heraus.

Wäre es nicht schön, wenn dieses Buch zum Kultbuch einer europäischen Demokratie- und Anti-Bürokratiebewegung werden würde?